Einweihung der Botschaft

Einweihung der Botschaft am 17. Mai 2001

Am 17. Mai 2001 wurde die neue Kuwaitische Botschaft in Berlin feierlich eröffnet. Das Botschafts-Anwesen wurde vom Architekturbüro Berslauer & Salinger 1929 für Herrn Heidemann, einen deutschen Fabrikanten, im typischen Landhausstil erbaut.

Später diente es als Sitz des Wissenschaftszentrums. Der Staat Kuwait hat dieses Gebäude und die umgebende Freifläche bei Wahrung seines ursprünglichen deutschen Charakters restauriert, da sie unter Denkmalsschutz stehen.

Die Eröffnungsreden

Ehemaliger kuwaitischer Botschafter in Berlin Faisal Al-Ghais

Eure Exzellenz Herr Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen,
Eure Exzellenz Herr Staatsminister Dr. Ludger Vollmer,
Eure Exzellenz Herr Staatsminister Dr. Mohammed AI- Sabah,
Eure Exzellenz Herr Yousef AI-Ibraheem, Minister der Finanzen und Minister für Planung,
Exzellenzen,
sehr verehrte Damen und Herren,
ich schätze mich glücklich, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind. Ich begrüße Sie ganz herzlich zur feierlichen Eröffnung der Botschaft des Staates Kuwait in Berlin, in dieser faszinierenden Stadt, die immer schöner und vielgestaltiger wird.
Man braucht sich nur umzusehen, um festzustellen, wie jeden Tag eine neue Botschaft oder ein neues Kulturzentrum eröffnet wird. Und dieser Vorgang ist noch nicht abgeschlossen. Mehr als je zuvor verwandelte und verwandelt sich Berlin in einen Festplatz der Völkerfamilie und in eine Ausstellung der internationalen Architektur. Dies ist ein Ereignis von gewaltiger Tragweite, dessen Auswirkungen weit über die Grenzen der deutschen Hauptstadt hinausweisen. Gerade deshalb bin ich glücklich, unsere Botschaft hier und heute zu eröffnen, damit sie dazu beiträgt, das Hauptstadtprojekt des vereinten Deutschland weiter zu bereichern.
Von Anfang an haben wir versucht, mit dem Tempo der deutschen Wiedervereinigung Schritt zu halten. 1995 haben wir dieses Grundstück und das alte Gebäude gekauft, das sich auf ihm befand. Dieses Gebäude wurde vom Architekturbüro Berslauer & Salinger 1929 für Herrn Heidemann, einen deutschen Fabrikanten, erbaut. Später diente es als Sitz des Wissenschaftszentrums. Wir haben dieses Gebäude und die umgebende Freifläche bei Wahrung seines ursprünglichen deutschen Charakters restauriert, da sie unter Denkmalsschutz stehen.
Außerdem haben wir ein Nachbargrundstück gekauft, das Sie hinter Ihnen sehen. Darauf haben wir fünf Häuser für unsere Diplomaten im orientalisch- kuwaitischen Stil errichtet. Etwa zwei Kilometer entfernt von hier befindet sich die Residenz des Botschafters, die wir ebenfalls im orientalisch-kuwaitischen Stil errichtet haben.
An dieser Stelle möchte ich meinen Dank und meine Wertschätzung an alle aussprechen, die an der Ausführung dieses Vorhabens beteiligt waren. Ich danke vor allem dem Senat von Berlin. Weiterhin danke ich dem Architekturbüro Kroos & Zittlau-Kroos, dem Ingenieurbüro Richi & Partner, der Firma Lincoln Property Company, die das Projekt ausführte, und Herrn Dr. Kammal Askar, der an der Aufsicht bei diesem Projekt teil hatte.
Auf kuwaitischer Seite möchte ich meine Wertschätzung für die Staatsführung Kuwaits, und insbesondere für seine Exzellenz den Ersten Vize- Premierminister und Außenminister Scheich Sabah AI-Ahmad AI-Sabah -Allah möge ihn erhalten -, zum Ausdruck bringen. Sie hatte sich dafür entschieden, Gebäude für die kuwaitische Botschaft in Deutschland zu errichten, deren Pracht und Schönheit mit dem Umfang und der Festigkeit der Beziehungen zwischen beiden Ländern im Einklang stehen. Ich bedanke mich bei allen, die über die Ausführung dieses Projektes im Außenministerium gewacht haben, und meinen früheren und jetzigen Kollegen in der Botschaft, insbesondere meinem Vorgänger S. E. Herrn Botschafter Abdelazeez AI-Sharikh, der aus dem Anlass extra nach Berlin gekommen ist, für ihre aufopferungsvollen Bemühungen im Dienste des Vorhabens.
Mein besonderer Dank gilt Ihnen, Herr Regierender Bürgermeister, und Ihnen, Herr Staatsminister, dafür, dass Sie die Schirmherrschaft über die feierliche Eröffnung übernommen haben. Ihnen allen, meine Damen und Herren, nochmals vielen Dank für Ihr Kommen.
Ich bitte nun S.E. den Staatsminister für Auswärtige Angelegenheiten Scheich Dr. Mohammed AI-Sabah, im Namen der Regierung des Staates Kuwait das Wort zu ergreifen.
Bitte sehr, Eure Exzellenz!

Ehemaliger Kuwaitischer Außenminister (damals Staatesminister für Auswärtige Angelegenheiten), H.E. Sheich Dr. Mohammed Sabah Al-Salem Al-Sabah

Your Excelency, the Governing Mayor of Berlin Mr . Eberhard Diepgen Your Excelency, the State Minister for Foreign Affairs, Dr. Ludger Volmer Excelencies, Ladies and Gentlemen,
At the outset, I would like to thank Mr. Diepgen and Mr. Volmer for co-patronizing this inauguration cerernony of our ernbassy in Berlin, the capital of reunited Germany. I also thank aU those who implernented or facilitated the implernentation of this project. On this happy occasion, I feel gratified to note the positive development of our relations since Kuwait's independence in 1961. Since then Kuwait began to establish strong ties of friendship and cooperation with Germany in all spheres and the two countries have had common views and positions towards various international issues. Bilateral contacts and consultations in the political field have intensified in a special manner since the atrocious Iraki occupation of Kuwait.
Germany's support for the cause of Kuwait and for international legitimacy strengthened the basis of common positions and the feelings of mutual friendship and respect. Germany contributed materially and politically to the liberation of Kuwait and played its role efficiently as a member of the international coalition.
After liberation, these ties continued to grow in various fields, especially in the economic domain, as Germany became Kuwait's European trading partner number one. Internationally, it ranks third among exporters to Kuwait, only behind the USA and J apan. It also plays host to some of the most Kuwaiti investments abroad. Despite some difficulties which faced the German economy in the 90's and despite Kuwait's acute need of cash during the Iraki occupation, it did not seIl or liquidate any of its investments in Germany, even in that most difficult time, which proves that Kuwait trusts the soundness of the German economy and that it views its investments here as strategic, long- term investments. Hand in hand with these positive developments, our two governments have concluded several agreements, the most important of which are perhaps the one on the promotion and protection of investments and the one on the avoidance of double taxation.
While it is impossible to undertake an exhaustive review of German -Kuwaiti ties in an occasion like today, one ought not overlook the exchange of visits over the past years, which is a reflection of the dynamism and growth of relations between the two countries. The last of in this series of visits was that undertaken by H.E. Dr. Ludger Volmer to Kuwait in may 2000.
I should like to conclude by commending the position expressed by H.E. the Foreign Minister, Mr. Joschka Fischer, in Washington last February , when he shared the same opinion with his American counterpart that the regime in Bagdad should not be allowed any opportunity to develop or purchase weapons of mass destruction.
I thank you for your friendly participation at this occasion of which we feel very proud, especiaUy that it is taking place only days after the official opening of the ChanceUor's office, which signaUed the completion of the process of transfer to your new, yet old, capital.
Thank you indeed!

Ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen

Sehr geehrter Herr Minister,
Herr Botschafter, Herr Staatsminister Dr. Vollmer,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
heute hält Kuwait Einzug im Grunewald, fraglos eine der feinsten Adressen Berlins. Die Botschaft Kuwaits schmückt unsere Stadt. Mit bemerkenswerten Mitteln haben Sie durch Ihr Botschaftsgebäude, die Botschaftsresidenz und die Wohnungen der Botschaftsangehörigen einen deutlichen und unübersehbaren Akzent gesetzt. Wir Berliner freuen uns über diese sichtbare Repräsentanz Berlins - ich heiße Sie herzlich willkommen und wünsche Ihnen Herr Botschafter und allen Ihren Mitarbeitern ein erfolgreiches Wirken für die Beziehungen zwischen Deutschland und Kuwait und zwischen unseren beiden Hauptstädten.
Sie kommen in eine Stadt, die ohne die aktive Unterstützung der westlichen Demokratien, insbesondere der USA, Englands und Frankreichs, weder ihre Freiheit bewahrt, noch ihre Einheit gewonnen hatte. Die Berliner haben wiederholt bewiesen, (dass es notwendig und auch möglich ist. sich äußerem Druck zu widersetzen.
Vor zehn Jahren, als Deutschland und Berlin ihre Einheit in Frieden und Freiheit wiederfanden, wurde Kuwait Opfer einer zynischen Erpressung und kriegerischen Besetzung. Deutschland und Berlin fanden sich mit der Völkergemeinschaft in der Überzeugung vereint, dass Recht niemals dem Unrecht weichen darf. Gerade hier wusste man, dass Aggressoren beizeiten und beherzt entgegengetreten werden muss und dass die Wahrung von Recht, Freiheit und Frieden die ganze Völkergemeinschaft angeht. Vor zehn Jahren siegte in und um Ihr Land das Recht über das Unrecht, die Freiheit über die Gewalt.
Die Beziehungen zwischen Kuwait und Deutschland sind problemlos, der wirtschaftliche Austausch floriert. Gerne würden wir nicht nur Erdöl- sowie Maschinenbau-, Elektro- und Chemieprodukte austauschen, sondern auch mehr Menschen und Ideen. Die Berliner Hochschulen und die drei Universitäten machen schon heute ausländischen Studenten ein interessantes Angebot, das noch mehr genutzt werden sollte.
Zwar sind in Berlin lediglich 18 kuwaitische Staatsangehörige registriert, die vielleicht sogar heute alle anwesend sind, die Beziehung zwischen Berlin und der kuwaitischen Hauptstadt sind in letzter Zeit aber deutlich intensiviert worden, nicht zuletzt durch ein Memorandum über projektbezogene Zusammenarbeit zwischen Berlin und der Stadt Kuwait, in dem beide Städte vor allem eine verbesserte Kooperation beim Umwelt- und Brandschutz verabredet haben. Auf dieser Basis wachsen die Beziehungen gerade zu der Berliner Stadtreinigung und der Berliner Feuerwehr.
Mit der Öffnung der Botschaft von Kuwait wird Berlins Rolle als deutsche Hauptstadt wieder ein Stück mehr Selbstverständlichkeit. Vor fast zehn Jahren fasste der Deutsche Bundestag seinen historischen Hauptstadt-Umzugsbeschluss, heute residiert der Bundeskanzler bereits in dem neuen Bundeskanzleramt, dem einzigen Neubau der Bundesregierung. Trotz aller Schwierigkeiten werden auch die Abgeordnetenhaus-Büros in wenigen Monaten fertig, der Umzug von Bundestag und Bundesregierung ist damit architektonisch abgeschlossen.
Ich freue mich über die neue kuwaitische Botschaft in Berlin und wünsche uns allen eine gute Nachbarschaft im Interesse unser Länder.

Ehemaliger Staatesminister im Auswärtigen Amt, Dr. Ludger Volmer

Sehr geehrter Herr Regierender Bügermeister Diepgen,
Sehr geehrter Herr Staatsminister Al-Sabah,
Sehr geehrter Herr Botschafter AI Ghais,
Exzellenzen,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Freunde,
ich freue mich, heute mit Ihnen die Eröffnung der neuen kuwaitischen Kanzlei in Berlin feiern zu können. Die Tage der provisorischen Zwischenunterkunft sind vorüber. Das geschmackvolle Ergebnis vieljähriger Planung und Bautätigkeit ist bezugsfertig. In seiner gelungenen Verbindung von Alt und Neu passt es zu den Beziehungen zwischen Deutschland und Kuwait, die seit jeher auf selbstverständliche Weise vertrauensvoll und herzlich sind. Besonders die wirtschaftlichen Verbindungen sind eng und zu beiderseitigem Vorteil.
Im Mai letzten Jahres durfte ich Ihr Gast in Kuwait sein. Dieser Besuch hat mich tief beeindruckt. Ich sah, dass die Invasion Kuwaits durch Irak im Jahre 1990 tiefe Spuren hinterlassen hat und bewunderte die Wiederaufbauleistungen Ihres Volkes. Die Begegnung mit dem „Nationalen Komitee für die Angelegenheiten der Gefangenen und Vermissten“ hat mir damals deutlich gemacht, dass auch jetzt noch, mehr als 10 Jahre nach dem Überfall, eine große Zahl von Familien über das Schicksal ihrer Angehhörigen im Unklaren , ist. Trotz vieler Bem11hungen, nicht zuletzt der Vereinten Nationen, ist bis jetzt keiner der Vermissten zurückgekehrt. Wir Deutschen kennen das Hoffen, dass unsere Lieben eines Tages doch noch zurückkehren mögen, nur zu gut aus der Nachkriegszeit. Ich hoffe mit Ihnen, dass möglichst viele der Vermissten eines Tages in die Heimat zurückkehren werden.
Als ich in Kuwait war, habe ich auch UNIKOM besucht, die Beobachtermission der Vereinten Nationen, die die demilitarisierte Zone auf beiden Seiten der Grenze zu Irak überwacht. Deutschland ist an UNIKOM mit einer Sanitätseinheit von 12 zivilen Mitarbeitern des Malteser Hilfsdienstes beteiligt. loh bi11 stolz darauf, dass wir auf diese Weise einen Beitrag dazu leisten können, den Frieden an dieser Grenze zu wahren. Die internationale Gemeinschaft hatte den Rechtsbruch des irakischen Überfalls auf Kuwait nicht hingenommen und Kuwait 1991 in einer gewaltigen Anstrengung wieder befreit. Deutschland hatte zu dieser beispiellosen Aktion seinen Beitrag geleistet. Wir werden auch weiterhin für die Unabhängigkeit und territoriale Integrität Kuwaits eintreten.
Der heutige Neuanfang für Sie in diesem Gebäude weist in die Zukunft. Stärker als im ruhigen Bonn spüren wir in Berlin, dass die weltweiten Veränderungen, dass die Globalisierung vor vielem Überkommenen nicht halt macht. So werden in unseren Gesellschaften tief verankerte Ansichten und Praktiken in Frage gestellt. Ich nenne nur den Umgang mit Zuwanderern, die Mobilität oder die Rolle der Familien und Frauen. Diese Anstöße von aussen müssen nicht negativ sein. Gerade im Experimentierfeld der Großstadt Berlin entwickeln sich neue Projekte, die unser Denken beeinflussen.
Ich hoffe, Sie, Herr Botschafter, und die Botschaftsangehörigen sind genauso froh wie ich, in dieser Stadt - und dazu in einem besonders idyllischen Stadtteil - leben und arbeiten zu können. Lassen Sie uns die ausgezeichnete deutsch-kuwaitische Zusammenarbeit im Geiste der Verbundenheit und des Dialogs fortsetzen!
Ich danke Ihnen!