Besuch des Emirs

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27 April 2010: H.H the Amir meets German President Köhler

Der Besuch Seiner Hoheit, des Emirs Scheich Sabah Al-Ahmad Al-Jaber Al-Sabah, in Deutschland von 26. bis 29. April 2010 war historisch und erfolgreich auf allen Ebenen und ist von großer Bedeutung für den weiteren Ausbau der bilateralen Beziehungen zwischen Kuwait und Deutschland.

Im Rahmen dieses Besuches traf S.H. der Emir mit dem (ehemaligen) deutschen Bundespräsidenten Dr. Horst Köhler, mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel sowie mit Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert zusammen.

Abschließend traf S.H. in Stuttgart den baden-‎württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus und besuchte die Daimler AG, an der ‎Kuwait Anteile besitzt.‎

Zu Ehren S. H. ‎lud die Ghorfa (Arab-German Chamber of Commerce and Industry e.V.) zusammen mit der Botschaft des Staates Kuwait in Berlin, dem Bundesverband der ‎Deutschen Industrie (BDI) und der Kuwait Chamber of Commerce and Industry 120 ‎Spitzenvertretern der Wirtschaft zu einem Empfang und Abendessen am 26. April ins ‎Berliner Adlon Hotel ein.

Pressemitteilung S. H. nach dem offiziellen Gespräch mit dem (ehemaligen) Bundespräsidenten Dr. Horst Köhler

Ich möchte meine Freude über diesen Besuch, den ich mit der Begleitdelegation in der befreundeten Bundesrepublik Deutschland unternehme, sowie über das Treffen mit Seiner Exzellenz Herrn Bundespräsident Horst Köhler zum Ausdruck bringen. Dieses Treffen war gekennzeichnet durch Freundchaft und Verständigung und spiegelte die tiefverwurzelten Beziehungen, die unseren beiden befreudeten Völkern und Ländern verbinden wieder.

Das Gespräch umfasste die Erörterung der guten Beziehungen zwischen unseren befreundeten Ländern und die möglichen Wege, sie auszubauen, um breiteren Perspektiven für die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern in verschiedenen Bereichen, insbesondere in den Bereichen Wirtschaft, Humanentwicklung und Wissenschaft, im gemeinsamen Interesse beider Länder zu öffnen.

Wir haben Seiner Exzellenz Herrn Bundespräsident informiert über die Hauptstoßrichtungen der Entwicklungsvisionen, die der Staat Kuwait angenommen hat, sowie über die Grundzüge dessen Entwicklungsplanes. Zu diesem Anlaß haben wir bekräftigt, dass der Staat Kuwait es begrüßt, dass sich deutsche Unternehmen und Firmen  zur Verwirklichung der Wachstumsprojekte, die der Plan umfaßt, beitragen und eine Partnerschaft mit kuwaitischen Firmen besonders in den Bereichen der Wirtschaft, Bildung und Technik schließen.

Bei dem Treffen haben wir Meinungen ausgetauscht über den Golf-Europaischen Dialog und über die wichtigsten regionalen und internationalen Angelegenheiten, insbesondere über die Palästina-Frage und die Hindernisse zu beseitigen, welche den Friedenprozess im Nahen Osten erschweren. Wir haben außerdem Meinungen ausgetauscht über die Lage im Irak, die letzten Entwicklungen der iranischen Nuklearrakete, die internationalen Bemühungen zur Bekämpfung des Terrors und über andere Angelegenheiten, die von gemeinsamen Interesse sind. Es herrschte Übereinstimmung in den Gesichtspunkten zwischen den beiden befreundeten Ländern gegenüber diesen Angelegenheiten.

Zuletzt möchte ich Seiner Exzellenz Herrn Bundespräsidenten und die Verantwortlichen in dem befreundeten Land meinen Dank zum Ausdruck bringen für die Begrüßung und Gastfreundschaft, die wir und die Begleitdelegation haben erfahren dürfen. Bei dieser Gelegenheit wünsche ich der Bundesrepublik Deutschland sowie ihrem befreundeten Volk weiteren Fortschritt und Prosperität.

Pressemitteilung der Bundesregierung

Bundeskanzlerin Merkel empfing heute den Emir von Kuwait, Scheich Sabal Al-Ahmad Al-Jaber Al-Sabah

Mo, 26.04.2010

Der Sprecher der Bundesregierung, Ulrich Wilhelm, teilt mit:

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat heute den Emir von Kuwait, Scheich Sabal Al-Ahmad Al-Jaber Al-Sabah, zu einem Gespräch im Bundeskanzleramt empfangen.

Die Bundeskanzlerin und der Emir von Kuwait waren sich einig in dem Wunsch, die sehr guten bilateralen Beziehungen weiter zu intensivieren. Potential für einen weiteren Ausbau der Beziehungen bestehe im Wirtschaftsbereich, aber auch bei der Zusammenarbeit zu politischen Fragen. Die Bundeskanzlerin und der Emir kamen überein, in Afghanistan und Irak verstärkt Möglichkeiten der Zusammenarbeit zur Stabilisierung und zum Wiederaufbau zu nutzen.

Einen weiteren Schwerpunkt des Gesprächs bildete die Sorge vor einer nuklearen Bewaffnung Irans, von der die Golfregion in besonderem Maße betroffen wäre. Angesichts der anhaltenden iranischen Verweigerung von Gesprächen betonte die Bundeskanzlerin die Notwendigkeit, über Sanktionen Fortschritte auf dem Weg zu einer diplomatischen Lösung des Nuklearstreits zu machen.

Die Beziehungen zwischen der EU und den Staaten des Golfkooperationsrats und die Absicht zu einer baldigen Unterzeichnung eines Freihandelsabkommens bildeten einen weiteren Gegenstand des Gesprächs.

Kuwait hält derzeit den Vorsitz des Golf-Kooperationsrats inne.

Pressemitteilung des Bundestages

"Fortschritte im Demokratieprozess"

Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert hat die "auffälligen Fortschritte" Kuwaits im Demokratieprozess und der Parlamentarisierung gewürdigt. "Ich sehe darin eine Bestätigung dafür, dass auch eine politische Entwicklungsstrategie, die natürlich auf die Geschichte, Tradition und Kultur eines Landes Rücksicht nehmen muss, in einer islamisch geprägten Welt nicht ausdrücklich zu demokratieunkompatiblen Lösungen kommen muss", sagte Lammert nach einem Gespräch mit dem Emir von Kuwait, Sabah al-Ahmad al-Jaber al-Sabah.

"Interesse an parlamentarischen Entwicklungen"

Der Besuch des Emirs im Deutschen Bundestag belege das große beiderseitige Interesse an parlamentarischen Entwicklungen. Kuwait sei in Fragen der parlamentarischen Entwicklung vielen seiner Nachbarländer voraus. "Auch das Gespräch mit dem Emir und seiner Delegation hat dieses Interesse an weiterer parlamentarischer Entwicklung weiter bekräftigt", sagte der Bundestagspräsident.

Neben guten politischen und wirtschaftlichen Beziehungen sei auch ein intensiver kultureller Austausch Teil guter Beziehungen zwischen Nationen. Der Bundestagspräsident und der Emir waren sich darin einig, dass die Vertiefung dieser Beziehungen durch bilaterale Abkommen ebenso gefördert werde wie durch ein kulturelles Engagement der Investoren.

Ansprache S.H. bei dem Ghorfa-Empfang am 27. April 2010

Meine verehrten anwesenden Damen und Herren,

wir möchten unsere große Freude zum Ausdruck bringen, mit dieser Elite von Unternehmern und Wirtschafsvertretern des befreundeten Landes zusammenzutreffen, mit dem wir durch historisch aus- gezeichnete Beziehungen verbunden sind.

Ich möchte in meinem Namen und im Namen der Begleitdelegati- on diesen Anlass nutzen, mich bei S. E. Bundespräsident Dr. Horst Köhler, der Bundeskanzlerin Frau Angela Merkel und den Verantwortlichen des befreundeten Landes für die uns erwiesene Gastfreundschaft und herzliche Aufnahme zu bedanken. Ferner möchte ich unsere große Freude über diesen Besuch in Ihrem traditionsreichen Land, der befreundeten Bundesrepublik Deutschland, zum Ausdruck bringen.

Ebenso bedanke ich mich aufrichtig bei den Freunden und Brüdern, dem Präsidenten und den Mitgliedern des Präsidiums der Ghorfa Arab-German Chamber of Commerce and Industry und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie für diese Einladung.

Unser heutiges Treffen mit Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel und die dabei behandelte Vielzahl bilateraler Angelegenheiten werden zu Entwicklung und Aufbau der Partnerschaft zwischen den beiden befreundeten Ländern führen.

Die heute erreichte Verständigung über regionale und internationale Angelegenheiten gemeinsamen Interesses werden dazu führen, unsere Bemühungen um Sicherheit, Frieden und Weiterentwicklung der Welt zu unterstützen.

Dieses Zusammentreffen mit den Unternehmern und Wirtschaftsvertretern unserer beiden miteinander befreundeten Länder stellt eine Weiterentwicklung der dauerhaft ausgezeichneten Beziehungen zwischen dem Staat Kuwait und der Bundesrepublik Deutschland sowohl auf politischem als auf wirtschaftlichem Gebiet dar.

Die Gemeinsamkeiten zwischen unseren beiden Ländern bilden eine solide Grundlage für die Weiterentwicklung der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen.

Es wird Euch, verehrte Freunde und Freundinnen, eine große Rolle bei der Entwicklung und Vertiefung dieser Beziehungen und ihrer Förderung auf den verschiedensten Gebieten übertragen, zumal unsere beiden Länder einen schnellen Entwicklungsprozess erleben, der durch die wirtschaftliche Öffnung in beiden Ländern und durch die gemeinsamen Interessen gestärkt wird.

Liebe Freunde und Freundinnen,

wir ergreifen die günstige Gelegenheit, Sie über die Hauptstoßrichtungen der vom Staat Kuwait angenommenen Visionen seiner Entwicklung zu informieren. Darüber hinaus möchten wir Sie über die Grundzüge des Entwicklungsplanes unterrichten, der auf die Diversifizierung der Quellen der Staatseinnahmen setzt und nicht auf eine Beschränkung auf Erdöl und Erdölprodukte sowie auf die Förderung der Dienstleistungen.

Es erfüllt mich mit Freude, zu diesem Anlass zu bekräftigen, dass es der Staat Kuwait begrüßt, dass deutsche Unternehmen und Firmen zur Verwirklichung der Wachstumsprojekte, die der Plan umfasst, beitragen. Dies ganz besonders im Zuge von Gesetzen, die erlassen wurden, um ausländische Unternehmer zu Investitionen zu ermutigen, Kapitalbewegungen alle möglichen Garantien zu gewähren sowie fördernde Erleichterungen zu bieten, sowohl individuell als auch bei Beteiligung kuwaitischer Unternehmer. S. E. Sheikh Ahmad Fahad Al Ahmad Al Sabah, stellvertretender Premierminister für Wirtschaftsangelegenheiten und Staatsminister für Entwicklung und Staatsminister für Wohnungswesen, wird Sie alle, meine verehrten Damen und Herren, über die Grundzüge des Fünfjahre-Entwicklungsplans informieren.

Zum Schluss wünsche ich, dass dieses Treffen ein neuer Baustein sei, der den vorzüglichen Beziehungen zwischen dem Staat Kuwait und der Bundesrepublik Deutschland hinzugefügt wird.

Der Friede und die Gnade Gottes und sein Segen seien mit Euch.