Kuwait & Deutschland

Schlagwörter: Investitionen - Wirtschaft - Zusammenarbeit

26 April 2010: HH Amir of Kuwait meets German Chancellor

Deutschland und Kuwait unterhalten seit Jahrzehnten vielseitige Beziehungen der Freundschaft und Zusammenarbeit. Diese traditionellen Beziehungen sind in den letzten Jahren auf den verschiedensten Gebieten, insbesondere den wirtschaftlichen, weiter gewachsen.

Einer der wichtigsten Punkte der bilateralen Beziehungen zwischen Kuwait und Deutschland liegt in der Rücksicht auf die gegenseitigen Interessen. Dementsprechend entwickeln sich diese Beziehungen auf den verschiedenen Ebenen kontinuierlich.

Der Besuch von S.H. Scheich Sabah Al-Ahmad Al-Jaber Al-Sabah in Deutschland im April 2010 hat die Gemeinsamkeiten und die Vorstellungen beider Länder zu sämtlichen Fragen bezüglich der gemeinsamen Interessen verfestigt. Im Rahmen dieses Besuchs wurde auch ein Memorandum zur Verstärkung der bilateralen Beziehungen sowohl im politischen als auch im wirtschaftlichen Bereich unterzeichnet. Die Zusammenarbeit in den Bereichen Umweltschutz, Medizin, Tourismus und Luftverkehr wird in dem Abkommen besonders hervorgehoben.

Ein qualitativer Meilenstein der bilateralen Beziehungen wurde bereits durch die Einberufung des kuwaitisch-deutschen Wirtschaftsausschusses gesetzt, der die Wirtschafts- und Investitionszusammenarbeit fördern soll. Außerdem ist der deutsche Anteil beim wirtschaftlichen Aufbau des Landes und beim Aufbau des landeseigenen Industrie keinesfalls unerheblich. Deutsche Unternehmen werden auch berücksichtigt bei der Auftragsvergabe. Auf dem Handelssektor sind die Deutschen ebenfalls mitvertreten. Die Bundesrepublik Deutschland zählt zu den wichtigsten Importländern Kuwaits. Deutsche Produkte und Leistungen genießen in Kuwait nach wie vor höchstes Prestige.

Die kuwaitischen Direktinvestitionen in Deutschland nahmen ihren Anfang in den siebziger Jahren dieses Jahrhunderts. Bis zum heutigen Tage ist Deutschland einer der wichtigsten Standorte kuwaitischer Investitionen im Ausland. Sektoral verteilen sich die kuwaitischen Deutschlandsinvestitionen hauptsächlich auf folgende Zielbranchen: Verarbeitende Industrie, Immobilien und Bankwesen. Wichtig zu erwähnen sei in diesem Zusammenhang, dass Kuwait keine einzige Aktienbeteiligung in Deutschland verkauft hat, als es finanzielle Mittel brauchte, um den Befreiungskrieg und den Wiederaufbauprozess zu finanzieren. Dies zeigt solides Vertrauen in den Standort Deutschland seitens der Wirtschaftsverwaltung Kuwaits.

Um ausländische Investoren anzulocken, hat das Kuwaitische Kabinett dem Entwurf eines neuen Investitionsgesetz zugestimmt. Die neue Gesetzvorlage enthält zahlreiche Begünstigungen für die ausländischen Investoren. Zu den wichtigsten zählen:

  • 100% Inhaberschaft ausländischer Investoren;
  • Befreiung von Einkommen- und anderen Steuern über einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren;
  • Befreiung bzw. Teilbefreiung von Einfuhrzöllen;
  • Garantieschutz gegenüber Verstaatlichung und Beschlagnahme.

Des Weiteren gilt Kuwait aufgrund seiner strategischen Lage als wichtiger Übergang zu den Nachbarmärkten, wo ebenfalls viele Investitionschancen zu finden sind.

Der Kulturaustausch zwischen Deutschland und Kuwait hat sich nach Unterzeichnung des Kulturabkommen 1989 weiterentwickelt. Es gibt zur Zeit in Deutschland zahlreiche kuwaitische Ärzte, die eine Fachausbildung an deutschen Krankenhäusern oder Universitäten absolvieren.