Lebensstil

Schlagwörter: Diwaniya - Kleidung - Kultur

Grosse Moschee

Der Lebensstil der kuwaitischen Gesellschaft ist nur im Kontext des Islams, der arabischen Tradition und lokaler Bräuche zu verstehen. Modernisierungsprozesse sind insbesondere bei der Art des Wohnens, in der Berufswelt, im Kleidungsstil und im Handwerk anzutreffen, während andere Lebensbereiche dem Wandel der Zeit widerstanden haben.

Die Veränderungen, die aus der Entdeckung des Erdöls und der damit einsetzenden Modernisierung resultieren, haben in keiner Weise die eigenständige Identität der Bewohner Kuwaits angetastet. Nach wie vor dreht sich alles um die Familie und besonders die gemeinsamen Mahlzeiten haben einen hohen Stellenwert.

Religion

Kuwait ist – als Teil der arabischen Welt – ein islamisches Land mit einer facettenreichen muslimischen Bevölkerung. Daneben gibt es jedoch auch verschiede christliche Kirchen, katholische und evangelische, deren großen und aktiven Gemeinden frei und ohne Beschränkungen Gottesdienst feiern.

Diwaniya

Kuwait zeichnet sich durch eine vielfältige Kultur mit zahlreichen Bräuchen und Traditionen aus. Dies spiegelt sich in den Diwaniya-Versammlungen, den Traditionen der Beduinen, der Webkunst und anderen Künsten wieder.

Die Kuwaiter hegen eine ausgiebige Liebe zur Kunst, egal ob Literatur, Theater und Musik, oder Tanz, Film und zeitgenössische Kunst. Beispielsweise fördern der Nationale Rat für Kultur, Kunst und Literatur (NCCAL), das Studio für Freie Kunst und die Kuwaitische Gesellschaft der Bildenden Künstler die bildenden Künste.

Viele Bereiche der kuwaitischen Gesellschaft haben sich im Lauf der Zeit kaum verändert, zum Beispiel das traditionelle kuwaitische Essen, der Sport und das Leben in der Familie. Andere Bereiche wie die Mode haben sich verändert, während die Freizeitaktivitäten der Menschen sich von Generation zu Generation wandeln. Aber trotz allen Wandels ist es nach wie vor möglich, eine eigenständige nationale Identität Kuwaits ausfindig zu machen.

Die Familie bildet das Fundament der kuwaitischen Gesellschaft, wobei die Familien in der Regel sehr groß sind und viele verschiedene Familien durch gemeinsame Vorfahren und Eheschließungen miteinander verbunden sind. Somit entsteht eine große Gemeinschaft in der jeder jeden kennt und in der es kaum Unterscheidendes gibt.

Für die Männer bildet die Diwaniya-Versammlung einen gemeinsamen, in der Geschichte Kuwaits fest verankerten Brauch. Die Bezeichnung „Diwaniya“ geht auf das Wort „Diwan“ zurück, der Regierungssitz des Emirs, wo dieser in früheren Zeiten mit seinen Untertanen zusammentraf und sich ihre Probleme und Anliegen anhörte und mit Mitgliedern der Gesellschaft Beratungen abhielt. Die Diwaniya-Versammlungen sind ein Gradmesser der öffentlichen Meinung; eine einzigartige Institution, die es während der gesamten geschichtlichen Entwicklung Kuwaits gab.

Die meisten Männer in Kuwait gehören einer Diwaniya an oder haben ihre eigene Diwaniya. Ein separater Raum im Haus oder ein Zelt außerhalb des Hauses ist speziell für die nächtlichen Treffen mit Familienmitgliedern, Freunden und Nachbarn vorgesehen, während der man Themen aus Politik und Wirtschaft diskutiert, Tee trinkt oder einfach nur gemeinsam die Zeit miteinander verbringt.

Die Frauen treffen sich ebenfalls, um ihre Zeit gemeinsam zu verbringen, besonders bei großen Hochzeitsfeiern, die eine wichtige Tradition sind. Bei diesen Feiern treffen sich Männer und Frauen separat, wobei der Damenempfang gewöhnlich bis zum Morgen dauert. Dieses nächtliche Feiern der Eheschließung zwischen zwei Menschen und der damit einhergehenden Verbindung zweier Familien zeigt die Bedeutung der Familie in der kuwaitischen Gesellschaft. Mittlerweile nimmt auch die Zahl reiner Frauen-Diwaniyas sowie gemischter Diwaniyas zu.

Kleidung

Die vielen Bekleidungsgeschäfte mit ausländischen Marken, egal ob für legere Kleidung oder Designer-Mode, haben zweifelsohne die Kleidungsgewohnheiten der kuwaitischen Gesellschaft verändert. Männer und Frauen tragen heutzutage häufig westliche Mode.

Bei Männern, jung wie alt, ist es jedoch nach wie vor üblich, die Dishdasha, ein langärmliges Gewand zu tragen, das bis zu den Knöcheln reicht und eine lockere, darunter getragene Hose bedeckt.

Im Sommer tragen Männer gewöhnlich weiße Baumwoll-Dishdashas, im Winter dunklere Exemplare aus Wolle. Auch für den Kopf gibt es eine traditionelle und weiterhin übliche Bedeckung. Zunächst wird die Gahfiya aufgesetzt, eine kleine, runde, gestrickte Kopfbedeckung. Danach kommt die Khitra, ein großes Tuch, entweder weiß, oder – dann in kleinerer Ausführung – rot-weiß kariert (schwarz-weiß karierte Khitras sieht man in Kuwait kaum), welches diagonal gefaltet und dann auf der Gahfiya positioniert wird.

Die meisten Frauen in Kuwait tragen den Hijab (Kopftuch) und Abayas, die in den allermeisten Fällen schwarzen Mäntel, die bis auf den Boden reichen. Hijab und Abaya werden in der Öffentlichkeit und in der Anwesenheit von Männern, die nicht zur Familie gehören, getragen.

  • Stand: Mittwoch, 13 Februar 2013
  • Kategorie: Kulturerbe - Soziales
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